Toulon

Die älteste Hinweise aus dem 5. Jahrhundert, damals hieß die Stadt noch „Telo Martius“, was sich auf den ligurischen („Telo“) und lateinischen („Mars“) Namen des Kriegsgott bezog, deuteten schon auf das kriegerische Schicksal der französischen Mittelmeerstadt hin. Die Bedeutung Toulons als militärische Hafenstadt wuchs Anfang des 15. Jahrhunderts, Ludwig von Anjou versuchte von Toulon aus Neapel zurückzuerobern.

Nach der Revolution gärte es in Südfrankreich. Die Unruhen in Paris verschafften der royalistischen Bewegung starken Zulauf. Nach dem Fall von Marseille und Avignon sahen die 28.000 Einwohner der Stadt nur noch eine Möglichkeit und revoltieren offen gegen Paris. Am 27. August 1793 hissten sie eine Flagge mit der königlichen Lilie darauf und riefen Ludwig XVII. zu ihrem König aus.

Unterstützt wurden sie dabei von den Engländern und so öffneten sie umgehend den Hafen für englische und spanische Schiffe. Admiral Hood wurde die Stadt mitsamt 30 Linienschiffen der französischen Mittelmeerflotte übergeben.

Ungefähr 18.000 Soldaten, hauptsächlich Engländer, verschanzten sich hinter den starken Festungsmauern und sollten die Stadt verteidigen. In den Überlegungen der Engländer war Toulon der Brückenkopf um endlich auf dem europäischen Kontinent Fußfassen zu können. Außerdem sollte die Unterstützung andere königstreuen Städte ermutigen, ebenfalls gegen Paris zu revoltieren.

General Carteaux, von Beruf Maler und als Offizier völlig ungeeignet, hatte den Oberbefehl über die französischen Belagerungstruppen vor Toulon. Er plant die starken Mauern der Stadt durch einem Sturmangriff der Infanterie zu nehmen. Der erst 24-jährige Offizier Bounaparte unterstand seinem Kommando und konnte sich mit den Plänen seines Generals nicht anfreunden. Ein ungedeckter Sturmangriff auf die Festungsmauern würde seiner Meinung nach nicht zum Erfolg führen und hätte unnötig vielen französischen Soldaten das Leben gekostet.

Jaques Coquille DugommierGeneral Carteaux wurde abgelöst und durch Doppet abgelöst. Dieser nahm jedoch nach den ersten ernsthaften Kampfhandlungen seinen Hut und machte für den Soldaten Jaques Coquille Dugommier den Platz frei.

Auch wenn Bounaparte nicht den Oberbefehl hatte, so erwies sich sein Plan als der einzig mögliche. "Es gibt nur einen brauchbaren Plan - den Buonapartes", schrieb Dugommier an den Kriegsminister. Sein Plan sah vor die Festung "Fort Mulgrave" zu erobern und von dort aus die benachbarten Festungen und die englische Flotte zu bekämpfen.

Am Abend des 17. Dezember traten 7.000 französische Soldaten zum Angriff an. Dugommier führte 5.000 Mann gegen die Festung, während Napoleon die 2.000 Mann starke Reserve befehligte. Die Soldaten in der Festung leisteten erbitterten Widerstand und mehrfach wurde der Angriff zurückgeworfen. Schließlich wurde die Reserve unter Napoleons Kommando hinzugezogen.

Am 18. Dezember waren, wie Bounaparte es vorausgesehen hatte, auch die anderen Festungen erobert. Keiner hatte damit gerechnet, dass die tatsächlichen Kampfhandlungen nu so kurz dauern sollten. Admiral Hood blieb nichts übrig als in der folgenden Nacht seine Soldaten einzuschiffen und die Stadt aufzugeben. Von der erbeuteten französischen Flotte kann er nur 4 Linienschiffe und 15 Fregatten mitnehmen.
Die Eroberung der Stadt war ein wichtiger Meilenstein in Napoleons Karriere. »Ich finde keine Worte um Buonapartes Verdienste zu beschreiben. Großes technisches Geschick, ein gleich hoher Grad an Intelligenz und ein Übermaß an Tapferkeit - da haben Sie die blasse Skizze dieses vortrefflichen Offiziers«, schrieb General Dugommier nach dem Kampf nach Paris. Am 22. Dezember wurde Napoleon zum Brigadegeneral befördert und zog als „Held von Toulon“ in Paris ein.

Heute ist Toulon, mit 170.000 Einwohnern, der wichtigste französische Marinestützpunkt im Mittelmeer.

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Napoléon

Napoleons Rückkehr
Napoleon erreichte am frühen Morgen des 16. Oktober 1799 seine Wohnung in der Rue Chantereine in Paris. Bevor er sich der Politik widmen konnte, musste er erst eine familiäre Angelegenheit klären. Napoleon fand zwar eine kostspielig eingerichtete Wohnung vor, jedoch nicht die dazugehörende Ehefrau. Erst zwei Tage später tauchte Josephine auf und erklärte, dass sie ihm entgegengefahren war und leider verpasst hatten. Zuerst wollte Napoleon sie nicht sehen, aber dann verzieh er ihre Affäre mit Hippolyte Charles und verwarf den Gedanken an eine Scheidung.

Napoleon wandte sich an die Direktoren und diese boten ihm ein Kommando seiner Wahl an. Da die außenpolitischen Gefahren weitgehend gebannt waren, General Masséna hatte großen Anteil daran, richtete sich Napoleons Blick auf die Innenpolitik. Die Vendée und die Bretagne hatten sich wieder erhoben, die Straßen waren unsicher. Beamte warteten vergeblich auf ihre Gehälter, während viele Arbeiter arbeitslos waren. Der Ruf nach dem König war in jeder Gasse zu hören und die Republik war erneut in höchster Gefahr.

apoleon hatte zunächst vor sich zum Direktor wählen zu lassen und wandte sich an Barras. Dieser war jedoch schon in enger Verhandlung mit den Royalisten und für 12 Millionen Franc sollte er den Weg für den König freimachen. Napoleon wurde von Barras an Gohier, dem Vorsitzenden Direktor, verwiesen. Gohier beharrte darauf, dass ein Direktor mindestens vierzig Jahre alt sein musste. Mehr oder wenig riet er dem General in zehn Jahren wieder zu kommen. Napoleon wurde klar, dass er gegen die aktuelle Regierung keine Chance hatte.
Vorbereitungen zum Staatsstreich
Napoleon wurde nach seiner Rückkehr aus Ägypten auf dem Weg nach Paris von den Menschen gefeiert, aber in Paris hatte er noch keine ausreichende Macht um die Verhältnisse zu verändern. Zu seinem Glück trat Joseph Sieyés, der Autor der berühmten Schrift "Was ist der Dritte Stand", mit ihm in Verbindung. Die beiden Männer, so unterschiedlich sie auch waren, fanden schnell zueinander.  Sieyés benötigte ein "Schwert" und Napoleon einen erfahrenen Politiker. Gemeinsam arbeiteten sie einen Plan aus um das Direktorium zum Rücktritt zu zwingen. Ohne Exekutive sollten die beiden Ratskammern einen Dreierausschuss ernennen, der eine neue Verfassung erarbeiten sollte. Um Druck auf die Kammern ausüben zu können, sollten die Abgeordneten am 18. Brumaire des Jahres VIII  auf das Schloss Saint-Cloud eingeladen werden.

Napoleon und Sieyés begannen nun Verbündete zu suchen. Neben Talleyrand und Napoleons Brüdern Joseph und Lucien wurden führende Mitglieder des Rates der Alten eingeweiht. Lucien, der mittlerweile zum Vorsitzenden der Fünfhundert gewählt worden war, sollte eine besondere Rolle bei diesem Unterfangen spielen. Auch Fouché führte es in die Rue Chantereine und ließ sich bei Bonaparte melden. Doch dieser kann mit dem Namen Fouché nichts anfangen und lässt ihn über eine Stunde im Vorzimmer warten. Erst als Napoleon von einem Mitverschwörer über die Bedeutung des Gastes informiert wird, eilt Napoleon zu seinem wartenden Gast hinaus. Ihr erstes Treffen dauert zwei Stunden und Napoleon wird von Fouché genau über die Lage Frankreichs und des Direktoriums informiert. Fouché bietet sich als Helfer an, ohne öffentlich Stellung zu beziehen.

Der Polizeiminister von Frankreich, sonst bestens über alle Vorgänge informiert, übersieht in den nächsten Wochen geflissentlich alles Hinweise auf den bevorstehenden Staatsstreich. Seine täglichen Berichte an die Direktoren erwähnen Napoleon mit keinem Wort. Schweigend verrät er die Regierung.

Fouché lädt die Verschwörer sogar zu sich ins Haus ein und als Ehrengast erscheint Gohier. Als dieser sich nach den neuesten Gerüchten erkundigt, antwortet Fouché nur süffisant, während die anderen Gäste der Atem stockt.

Gohier und Barras blieben die Aktivitäten letztendlich doch nicht verborgen und beide versuchten Napoleon auf ihre Weise zu gewinnen. Aber Napoleon lehnte das Kommando über eine Armee im Ausland ab, sowie Barras Angebot Mitglied einer Verschwörung mit dem Ziel der Wiedererrichtung der Monarchie zu werden.

Napoleon war in einer denkbar ungünstigen Lage für einen Umsturzversuch. Er hatte weder Geld, dieses hatte Josephine in seiner Abwesenheit bereits unter die Leute gebracht, noch hatte er, im Gegensatz zu Caesar als er den Rubikon überschritt, Soldaten unter seinem Kommando.
Saint-Cloud
Am Morgen des 18. Brumaire kommt der Polizeiminister nur sehr schwer aus dem Bett. Erst zwei aufgeregte Boten des Direktoriums gelingt es ihn zu wecken. Er tut überrascht, als man ihn über sich zusammenziehende Truppen und sonderbare Vorgänge im Senat informiert.

Währenddessen hatte Napoleon führende Offiziere zu sich eingeladen und jedem seine Absicht erklärt. Der wichtigste von ihnen war General Lefébvre, der Militärgouverneur von Paris. Napoleon reichte ihm seinen Degen als Zeichen der Anerkennung und nach wenigen Minuten hatte er Lefébvre auf seiner Seite.
 
Der Morgen des 18. Brumaire


Cornet, ein Verbündeter, warnte den Rat der Alten vor einer drohenden royalistischen Verschwörung und riet dazu eine dringende Sitzung im sicheren Schluss Saint-Cloud abzuhalten. Gleichzeitig sollte Napoleon zum Kommandanten von Paris ernannt werden um die Sicherheit der Räte zu gewährleisten. Der Rat der Alten willigte ein und um zehn Uhr leistete Napoleon in den Tuilerien seinen Treueid. 300 Soldaten wurden sofort zu den Direktoren geschickt. Gohier und Moulins traten zurück, doch Barras konnte erst durch Talleyrand und eine halbe Millionen Franc dazu bewegt werden.

Der erste Teil des Plans war aufgegangen, das Direktorium war ausgeschaltet. Jetzt machte sich Napoleon auf den Weg zum Schloss. Kaum haben die Verschwörer mit ihren Truppen die Stadt verlassen, riegelte der Polizeiminister zur "Sicherheit" die Hauptstadt ab. Nur noch Fouchés Boten durften ungehindert passieren, jede Nachricht aus Saint-Cloud ging über seinen Schreibtisch.

Der Rat der Alten tagte in der Galerie d'Apollon und wurde über Rücktritt der Direktoren informiert. Widererwarten beschlossen diese jedoch, ein neues Direktorium zu wählen, statt einen Ausschuss mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung zu beauftragen.

Napoleon wollte jetzt persönlich den Rat umstimmen und gemeinsam mit Berthier und Bourriene betrat er die Sitzung und ergriff das Wort. Doch er versagte dabei auf ganzer Linie. Ohne Vorbereitung und Konzept war er pathetische Phrasen in den Raum und nach wenigen Minuten hatte er den Rat der Alten gegen sich aufgebracht. Auf Bourriennes Rat hin verließ Napoleon die Sitzung.

Napoleon beschloss den Rat der Fünfhundert aufzusuchen. Dieser tagte in der Orangerie des Schlosses. Kaum hatte er die Orangerie betreten, schon stürmten die Abgeordneten wütend auf ihn zu. Der Jakobiner Bigonnet packte ihn wütend am Arm und versuchte ihn aus der Sitzung zu drängen. Immer mehr Abgeordnete erhoben sich von ihren Sitzen und gingen gegen Napoleon vor. Lucien, der als Vorsitzender der Versammlung vorsaß, versuchte die Abgeordneten vergeblich zu beruhigen. Die Abgeordneten dachten nicht daran und forderten die Ächtung des Diktators. Lucien drohte sein Amt niederzulegen und konnte so wichtige Minuten gewinnen. Geordnet sollte nun über die Ächtung, und damit das Todesurteil Napoleons, abgestimmt werden. Lucien teilte Napoleon mit, dass dieser nur noch zehn Minuten hätte um die Situation zu retten.
 
18. Brumaire


Napoleon verließ den Saal, ging zu den Soldaten. Er schickte eine Eskorte in die Orangerie um seinen Bruder aus der Versammlung zu holen. Vor den Soldaten hielt er eine Rede und warb um ihr Vertrauen. Erst Lucien brachte den entscheidenden Vorteil. Er, der Vorsitzende des Rates der Fünfhundert, zog seinen Degen und hielt ihn an die Brust seines Bruders. Er versicherte seinen Bruder zu durchbohren, falls dieser die Freiheit der Franzosen unterdrücken sollte.

Von dieser Geste überwältigt stellten sich die Soldaten hinter Napoleon. Leclerc und Murat wurden beauftragt die Orangerie zu räumen. Die Abgeordneten skandierten für die Republik sterben zu wollen und flüchteten gleichzeitig durch die Fenster in die Wälder.

Bis zum Abend gelang es etwa 80 Abgeordnete wieder zu versammeln und diese erklärten das Direktorium für beendet. Wie geplant ernannten sie einen Ausschuss. Napoléon Bonaparte, Emmanuel Joseph Sieyès und Roger Ducos wurden vorläufig zu Konsuln ernannt und einen Monat später durch die neue Verfassung bestätigt. Napoleon war als Erster Konsul der mächtigste Mann Frankreichs geworden.

Der Polizeiminister informierte am nächsten Tag die Bürger von Paris über die Rettung der Republik und das Ende des Direktoriums. Sicher hatte sich Fouché auch für den Fall des Misserfolgs vorbereitet. Ein paar Wochen später wird die Komödie "Die Wetterfahne von Saint-Cloud" uraufgeführt und darin die Rolle des Polizeiministers Fouché vortrefflich parodiert.

Am 13. Dezember trat die neue Konsulatsverfassung in Kraft. Napoleon wurde zum Ersten Konsul auf 10 Jahre gewählt und war damit praktisch Alleinherrscher über Frankreich geworden. Artikel 1 der neuen Verfassung wurde für Napoleon zu einer großen Bürde: "Die französische Republik ist eins und untheilbar." Damit war verfassungsmäßig ausgeschlossen, dass Napoleon bei eventuellen Friedensgesprächen irgendwelche Gebietsabtretungen akzeptieren durfte. Die neue Verfassung wurde im Februar 1800 durch eine Volksabstimmung angenommen und galt formell bis 1815.

Die Geschichte geht weiter! 

Mit der Machtergreifung Napoleons endete die Revolution, aber eine neue Epoche brach an! Das Zeitalter Napoleons sollte Europa für immer verändern. Mehr zu dem Thema auf www.napoleon-portal.de .

 

 

 

 

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Direktorium

Napoleon rettet die Republik
Der Terror war beendet, doch die Republik kam nicht zur Ruhe. In der Bretagne war mit englischer Hilfe im Sommer ein Armee der Exilanten gelandet, der Graf von Artois  scharrte wenig später auf der Insel Ile d'Yeu die Königstreuen Choans und Vendèens um sich. Nach der Hinrichtung Ludwig XVI. und als Reaktion auf die antiklerikalen Gesetze organisieren sich die Choans, eine Bezeichnung für die bretonische Royalisten, und entfachten einen Aufstand. Mit äußerster Gewalt ging man gegen die Aufständischen vor. Geführt werden sie von Marquis de la Rouerie und von Georges Cadoudal. Bei Quiberon wurden die Choans 1795 von einem Revolutionsheer geschlagen.

Auch Paris blieb von den Unruhen nicht verschont. Dort kündigte sich ein Kampf zwischen den Verfassungstreuen und den Königstreuen an. Die Verfassungstreuen wurden von Barras angeführt. Barras war kein Soldat und auf der Höhe der Krise auf einen Fachmann angewiesen. Am Abend des 12. Vendémiare, der 4. Oktober, war Napoleon auf dem Weg ins Theater, als er Nationalgardisten sah und diese gegen den Konvent zu den Waffen riefen. Napoleon begab sich zum Konvent und erfuhr dort von Stanislas Frérons, dass Barras zum Oberbefehlshaber der Armee des Inneren ernannt wurde. Frérons erinnerte sich an Napoleons Rolle in Toulon und brachte ihn in  Barras Hauptquartier an der Place de Carrousel.

Napoleon musste nicht lange überzeugt werden, er wollte seinen Beitrag leisten um die Verfassung, und damit die Republik, zu schützen. Dafür benötigte er Kanonen und diese standen etwa sechs Meilen von Paris entfernt auf der Ebene von Sablons. Napoleon beauftragte den jungen Kavallerieoffizier Murat die Kanonen unter allen Umständen zu sichern und in die Stadt zu bringen. Tatsächlich gelang es Murat die Kanone in letzter Sekunde vor den Rebellen zu sichern. Um sechs Uhr morgens nahm Napoleon diese in Empfang. Die deutlich überlegenden Rebellen marschierten bereits auf die Tuilerien zu. Napoleon ließ die Kanonen an geeigneter Stelle positionieren, mit Kartätschen laden und erwartete den Angriff. Am Nachmittag begann der Angriff der Rebellen. Ihnen gelang es mühelos die von Barras errichteten Barrikaden zu durchbrechen. Die Regierungstruppen wurden zurückgedrängt und die Aufständischen kamen dem Regierungssitz immer näher. Sie stürmten die Rue Saint-Honoré hinauf in die Rue Neuve Saint-Roch. Nachdem Barras den Feuerbefehl gegeben hatte, entluden sich die Kanonen gegen die Rebellen. Verzweifelten versuchten sie einen anderen Weg zu finden, doch auch hier hatte Napoleon Kanonen aufstellen lassen. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, die Republik gerettet und Napoleon als Held gefeiert.
 
 
Der Graf von Artois wagte es nun nicht mehr die Insel zu verlassen und die Choans in den Kampf zu führen. Zahlreiche Kritiker der Revolution wurden in der Bretagne hingerichtet. Um noch schneller morden zu können, kam man auf die grausamsten Methoden. Hunderte starben durch die "Hochzeit von Nantes" oder "Republikanische Taufe". Dabei wurden die Opfer alleine oder zusammengebunden ins Wasser geworfen und ertranken.

Die Verfassung trat am 27. Oktober 1795 in Wirksamkeit. In das Direktorium wurden nur alte Montagnards (Carnot, Rewbell, Barras, Laréveillère und Letourneur) gewählt, von denen Barras der bedeutendste war. Der Schwerpunkt der Situation für die neue französische Regierung lag in den auswärtigen Verhältnissen, denn schon war das Volk über die einst so heiß ersehnte Freiheit enttäuscht und strebte vielmehr nach äußerem Glanz und Ruhm.

Überdies konnten nur durch große Kontributionen im Ausland die Finanzen des Staats in Ordnung gebracht werden. Das Direktorium beabsichtigte einen zweifachen Angriff auf Österreich: durch die beiden Armeen Jourdans und Moreaus in Deutschland und das italienische Heer unter Bonaparte.

In Deutschland hatten die Franzosen keinen Erfolg. Erzherzog Karl ließ sie bis nach Bayern vordringen, um sich mit gesammelter Macht erst auf Jourdan zu werfen, den er am 24. August bei Amberg und am 4. September bei Würzburg  bis zur Auflösung schlug, und dann Moreau zum verlustvollen Rückzug in das Elsass zu zwingen.
Bonaparte in Italien
Erfolgreicher war Bonaparte in Italien gewesen. In mehreren siegreichen Schlachten vertrieb er im April 1796 die Österreicher aus Piemont, zog in Mailand ein und zwang die italienischen Fürsten sämtlich zu Friedensverträgen, in denen sie sich zu Lieferungen und Geldzahlungen verstehen mussten. Nur Mantua hielt sich noch, und Österreich sandte, um diese wichtige Festung zu entsetzen, eine Armee nach der andern nach Oberitalien. Aber das Heer Wurmsers wurde bei Castiglione (5. August), die beiden Armeen Alvinczys nacheinander bei Arcole (15.-17. November) und Rivoli (14. Januar 1797) geschlagen.
 
Übergabe der Fahnen
 
Am 2. Febr. 1797 musste Mantua kapitulieren, und damit war Italien für Österreich verloren. Mit Hilfe beträchtlicher Verstärkungen nötigte Bonaparte den Papst zu dem verlustreichen Frieden von Tolentino. Die Lombardei wurde zur Cisalpinischen, einige römische und modenesische Provinzen zur Cispadanischen Republik umgewandelt. Als Bonaparte durch die Ostalpen auf Wien marschierte, entschloss sich Österreich am 7. April 1797 zum Waffenstillstand von Leoben, dem am 17. Oktober zu Campo Formio der förmliche Friedensschluss folgte: Belgien und das linke Rheinufer wurden an Frankreich abgetreten; Österreich erkannte die oberitalienischen Republiken an und wurde durch Venetien und einige deutsche Stifter entschädigt, wie denn auch die Fürsten, welche in Italien und links des Rheins Verluste erlitten hatten, im Deutschen Reich entschädigt werden sollten. Hierüber sollte ein Kongress in Rastatt verhandeln.
18. Fructidor V
Nach diesen Erfolgen kehrte Napoleon nach Paris zurück. Hier hatte das Direktorium eine schwierige Stellung. Die kommunistische Verschwörung Babeufs wurde zwar zeitig entdeckt und durch die Hinrichtung ihrer Führer im Mai 1796 unterdrückt; den zunehmenden Royalismus, welcher im Sommer 1797 schon die Mehrheit der beiden Räte und auch ein Mitglied des Direktoriums, Barthélemy, zu seinen Anhängern zählte, konnte die Regierung aber nur durch den Staatsstreich vom 18. Fructidor (4. September 1797) unschädlich machen.52 Deputierte und 2 Direktoren, Carnot und Barthélemy, wurden daraufhin deportiert.
Napoleon in Ägypten
Napoleon wurde beauftrag eine Invasion gegen England vorzubereiten. Er konnte das Direktorium davon überzeugen, dass solch ein Vorhaben zum Scheitern verurteilt war. Stattdessen schlug er vor Ägypten zu erobern und somit Englands Stellung in Indien zu gefährden.

Am 19. Mai 1798 begann endlich das größte Abenteuer im bisherigen Leben von Napoleon Bonaparte. Nachdem Nelsons Blockadeflotte vor Toulon schwer beschädigt wurde, gelang es der französischen Flotte weitgehend unbemerkt den Hafen zu verlassen. Auf den 72 französischen Kriegsschiffen und 400 Transportern befand sich Napoleons  Expeditionskorps für den Ägyptenfeldzug. Admiral Nelson erfuhr von einem Handelsschiff, dass Brueys Flotte Toulon verlassen hatte. Immer noch musste Nelson die Auswirkungen eines schweren Sturms ertragen und ohne die notwendigen Fregatten auskommen. Ohne geeignete Schiffe für Aufklärungsmanöver machte er sich auf die Suche nach der französischen Flotte. Am 16. Juni erfuhrNelson in Neapel vom französischen Angriff auf Malta. Er machte sich sofort auf den Weg um die gegnerische Flotte zu stellen.

Nelson erfuhr wenig später vom Fall Maltas und der Versegelung der französischen Flotte am 16. Juni. Er war jetzt fest davon überzeugt, dass Napoleon Alexandria als Ziel ausgewählt hatte. Diese Informationen waren nur teilweise Richtig, denn Napoleon verließ Malta erst am 19. Juni. Am Abend des 22.06. fuhren die beiden Flotten dicht aneinander vorbei. Aufgrund schlechter Sichtverhältnisse bemerkten die Engländer den Feind nicht und überholten ihn sogar. Die europäische Geschichte hätte vielleicht deutlich umgeschrieben werde müssen, wenn sich beide Flotten getroffen hätten und Napoleons Karriere im Mittelmeer untergegangen wäre.

Die englische Flotte unter Nelson erreichte am 22. Juni Alexandria. Da er die französische Flotte unbemerkt überholte hatte, war es natürlich klar, dass er im Hafen diese Schiffe nicht antreffen konnte. Da er aber immer noch glaubte die Franzosen seien bereits am 16. Juni versegelt, tatsächlich verließen sie Malta erst am 19. Juni, setzte er ungeduldig wieder Kurs nach Norden um seinen vermeintlichen Irrtum zu korrigieren. Die nächsten Wochen verbrachte er mit der vergeblichen Durchsuchung des Mittelmeers. Was müssen die Ägypter gedacht haben, als kurz nach der Versegelung der britischen Flotte die gewaltige Flotte der Franzosen Alexandria erreichte. Napoleon erfährt von Nelsons Abreise und begann sofort mit der Landung von 4.000 Soldaten westlich von Alexandria. Am nächsten Tag fiel Alexandria und die Flotte konnte im Hafen der Stadt das Gros des Expeditionskorps entladen. Die 13 Linienschiffe und 4 Fregatten ließ Brueys in der 12 Seemeilen entfernten Bucht von Abukir ankern.

Nachdem Nelson vergeblich die Küste Kleinasiens absuchte, machte er sich auf den Weg nach Sizilien und erreichte am 19.07.1798 den Hafen von Syrakus. Hier übernahm er eilig Proviant und verließ den Hafen am 25. Juli wieder. Dann erhielt er endlich einen wichtigen Hinweis. Die französische Flotte wurde vor 4 Wochen bei Kreta gesehen. Der Kurs der Flotte war südwärts gewesen und Nelson war ein weiteres Mal davon überzeugt Alexandria sei Napoleons Ziel. Nelson setzte sofort wieder Kurs auf Ägypten.

Napoleon ließ 3.000 Soldaten als Garnison in Alexandria zurück und marschierte mit 30.000 Soldaten auf Kairo zu. Unter den Pyramiden erwarten ihn 10.000 berittene Mameluken und 24.000 Infanteristen. Die Schlacht wurde zu einem großen Erfolg für Napoleon und am 23. Juli zog er in Kairo ein.
 
Napoleon in Ägypten


Am 1. August, wenige Tage nach Napoleons ersten Erfolgen in Ägypten, war seine Expedition bereits zum Scheitern verurteilt. In der Schlacht von Abukir wurde die französische Flotte durch einen Überraschungsangriff von Admiral Nelson vernichtet. Admiral Brueys, der Kommandeur der französischen Flotte, vermutete den Angriff der Engländer erst am nächsten Tag. Diese Fehleinschätzung bezahlte er mit seinem und mehr als 5.000 weiteren französischen Leben. Die Engländer hatten mit diesem Erfolg die uneingeschränkte Herrschaft über das Mittelmeer errungen und Napoleons Orientarmee praktisch von der Versorgung abgeschnitten.
Die zweite Koalition
Dazu kam, dass sich im Sommer 1798 auf Betreiben Russlands eine neue Koalition gegen Frankreich gebildet hatte, der sich England, Österreich, die italienischen Fürsten und die Türkei anschlossen. Das Wohl Frankreichs war jetzt nicht mehr in Ägypten oder Indien zu suchen, sondern musste an den heimischen Staatsgrenzen verteidigt werden.

Die Franzosen wurden 1799 aus Süddeutschland und aus Italien vertrieben. Ein Angriff der Verbündeten auf Frankreich selbst wurde nur dadurch verhindert, dass es Masséna gelang, den Feinden in der Schweiz mehrere Niederlagen beizubringen und ihre Vereinigung zu hindern. In diesem Augenblick landete Bonaparte in Frankreich.