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Frankreich 

 

Frankreich 1791

 

Paris

Obwohl Ludwig XIV. die Residenz nach Versailles verlegte, wo sie bis 1789 blieb, war Paris doch immer der Mittelpunkt der französischen Gesellschaft.

Künste und Wissenschaften feierten in Paris ihre Glanzperiode, die Universität erhielt das Collège Mazarin, Akademien wurden gegründet, das Observatorium wurde erbaut, die Oper und das Théâtre-Français errichtet, und die französische Literatur erlebte in Paris ihr goldenes Zeitalter.

Unter Ludwig XV. wurde die Stadt 1726 mit neuen Ringmauern versehen. Der Adel schmückte die Vorstädte St.-Honoré und St.-Germain mit neuen Palästen, 1722 begann der Bau des Palais Bourbon, 1751 wurde die Militärschule auf dem Marsfeld gegründet und die Kirche Ste.-Geneviève neu aufgebaut.

1754 wurde der Platz Ludwigs XV. mit seinen Kolonnaden angelegt und die Elysäischen Felder neu bepflanzt. In Paris wurde am 10. Februar 1763 der Friede zwischen Frankreich und Spanien einer- und Großbritannien und Portugal anderseits geschlossen, welcher das Ende des Siebenjährigen Kriegs vorbereitete.

Ludwig XVI. erbaute das Théâtre-Français, das Opernhaus (jetzt Porte St.-Martin) und die Italienische Oper und erweiterte den botanischen Garten (Jardin des Plantes). 1784 drangen die Generalpächter zur Verhütung des Schmuggels auf eine neue Umfriedigung der Stadt, und so wurde 1786 die zum Teil bis 1860 bestehende Ringmauer errichtet.

 

Paris zur Zeit der Revolution (Klicken für große Karte)

 

Die Französische Revolution und Paris sind praktisch untrennbar miteinander verbunden. Die Erstürmung der Bastille am 14. Juli 1789 gab das Signal zu einer Reihe von Verwüstungen und Unruhen, wie der Zug nach Versailles am 5. Oktober 1789, der Sturm auf die Tuilerien am 10. August 1792, die Septembermorde, der Sturz der Girondisten am 31. Mai 1793, der Aufstand des 13. Vendémiaire (1795) u. a., welche bis 1799 ganz Frankreich erschütterten.

Paris stand damals unter der terroristischen Herrschaft der aus Jakobinern und Cordeliers gebildeten Munizipalität dann der radikal-sozialistischen Kommune, welche an der Spitze des militärisch organisierten Pöbels die Nationalvertretungen, ja sogar den Wohlfahrtsausschuß, durch Drohungen und Gewaltstreiche zu den Ausschreitungen der Revolution zwang und einen verderblichen Einfluß auf Frankreichs Geschicke ausübte.

Der Pöbel von Paris welches damals etwa ½ Mill. Einw. zählte, lernte in der ersten Revolution seine auf dem Übergewicht der großen, die geistigen und materiellen Kräfte ganz Frankreichs in sich konzentrierenden Hauptstadt über die Provinz beruhende Macht kennen und fühlte sich fortan als das Herz Frankreichs, dessen Pulsschlag die ganze Nation folgen müsse, während die Provinz trotz ihres bewußten Gegensatzes gegen die Hauptstadt nur selten die Kraft und den Mut besaß, ihre eignen Wege zu gehen.

Erst unter dem Konsulat trat wieder Ruhe ein. Paris wurde von Napoleon politisch mundtot gemacht, um durch großartige Bauten zu einer seines Weltreichs würdigen Hauptstadt umgeschaffen zu werden. Doch hat Napoleon nur einen Teil seiner Pläne durchführen können. Ganze Stadtteile entstanden in erneuter Pracht, und was er auf seinen Siegeszügen an Schätzen der Kunst und Wissenschaft erbeutete, wurde in der Hauptstadt aufgehäuft.

Die Kais längs der Seine wurden fortgesetzt, neue Häfen angelegt, die Wasserleitung von Ourcq begonnen; für den Handel erhoben sich neue u. bequemere Hallen, die Marktplätze St.-Martin, Blancs Manteaux, St.-Germain und des Carmes wurden eingerichtet. Der Karussellplatz wurde mit Mauern umgeben und erweitert.

Ein Triumphbogen erhob sich auf demselben, und eine neue Galerie dehnte sich gegen das Louvre hin aus.

Der Tuileriengarten wurde verschönert, die Triumphsäule auf dem Vendômeplatz sollte die Taten Napoleons und seiner großen Armee der Nachwelt überliefern. Der Grund zur Börse sowie zum Handelstribunal wurde gelegt, und die während der Revolution teils verwüsteten, teils ihrer Bestimmung entfremdeten Kirchen und Kapellen wurden wiederhergestellt und neu ausgeschmückt.

Der Triumphbogen de l'Etoile wurden begonnen, die Brücken von Austerlitz und Jena sowie der Pont des Arts erbaut.

 Versailles

Etwa 30 Kilometer von Paris entfernt liegt das Schloss Versailles. 1668 beschloss Ludwig XIV. das von Ludwig XIII. erbaute Jagdschlösschen auszubauen. Innerhalb von 30 Jahren wurde nach Mansarts Plänen eines der prächtigsten Schlösser der Welt und eine unvergleichliche Parkanlagen errichtet. Das Schloss und der Name Versailles wurde zum Symbol des Absolutismus. Allein das Hauptgebäude besitzt 700 Zimmer. Zur Zeit der französischen Revolution lebten und arbeiteten dort fast 15.000 Menschen. Rund um das Schloss entwickelte sich eine Stadt von bis zu 100.000 Einwohnern.

Versailles 1789

 

 





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